Windkrafträder in einem blühenden Rapsfeld

Seltenerdexporte aus China ziehen an – mit einer Ausnahme

Mehr Dysprosium, mehr Seltenerdmagnete, nur Terbium schwächelt. Chinas Ausfuhr der Rohstoffe und verarbeiteten Materialien nimmt im August insgesamt wieder an Fahrt auf.

China hat im August deutlich mehr Dysprosium ausgeführt. Insgesamt wurden rund 16,7 Tonnen exportiert, wie aktuelle Zahlen der Zollbehörden zeigen. Es handelt sich dabei um den höchsten Monatswert seit Februar. Fast die gesamte Menge ging nach Südkorea, kleinere Lieferungen erhielten Japan und Norwegen.

Eine andere Entwicklung zeigt sich bei Terbium: Hier sanken die Exporte von sieben Tonnen im Juli auf 5,5 Tonnen im August. Lediglich drei Länder wurden beliefert: Japan mit vier Tonnen und Südkorea mit einer Tonne. Mit Estland (eine halbe Tonne) war erstmals seit Einführung der Exportauflagen auch ein europäisches Land unter den Abnehmern.

Seltenerdmagnete: Exporte ziehen weiter an

Die beiden Seltenen Erden zählen zu den zentralen Rohstoffen für Hightech-Anwendungen, etwa in der Halbleiterindustrie oder in chemischen Prozessen. Ihre wichtigste Rolle spielen sie jedoch in Neodym-Eisen-Bor-Magneten (NdFeB), die unter anderem in Windkraftanlagen und Elektromotoren eingesetzt werden. Chinas Ausfuhr der Seltenerdmagnete stieg im August um mehr als zehn Prozent gegenüber dem Vormonat, und zwar auf rund 6.146 Tonnen. Deutschland bezog mit 1.346 Tonnen den größten Anteil, gefolgt von den USA, Vietnam, Südkorea und Mexiko. Nach einem kurzfristigen Rückgang im Mai normalisieren sich die Lieferungen damit offenbar wieder.

Jan Giese, Senior Manager Minor Metals and Rare Earths, schätzt die Lage wie folgt ein:
„Die Exportzahlen für Seltenerdmagnete zeigen eine positive Entwicklung und liegen sogar über dem Vorjahresniveau. Ob darunter auch Hochleistungsmagnete mit schweren Seltenen Erden wie Terbium oder Dysprosium sind, lässt sich aus den Zollstatistiken jedoch nicht entnehmen, da alle Magnetarten unter einem einzigen Code erfasst werden. Grundsätzlich war zu erwarten, dass sich die Ausfuhren nach ein paar Monaten wieder zu normalisieren beginnen, da Magnete stark anwendungsspezifisch sind und nur schwer zweckentfremdet eingesetzt werden können.“

Genehmigungsstau trotz steigender Ausfuhren

Eine Umfrage der Europäischen Handelskammer in China zeigt, dass viele Unternehmen trotz der positiven Exportzahlen weiterhin auf Zulieferungen warten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Bis zum 9. September waren erst 19 von 141 Anträgen genehmigt.

Hintergrund ist das Exportlizenzsystem, dem bestimmte Seltene Erden wie Dysprosium und Terbium seit April unterliegen. Jede Ausfuhr erfordert seither eine Genehmigung. Zunächst führte dies zu einem starken Rückgang der Lieferungen, bevor sich die Exporte allmählich erholten. Die Rohstoffe sind für Hightech-Industrien essenziell, insbesondere für die Produktion leistungsfähiger Permanentmagnete, die Hitzebeständigkeit und Effizienz erhöhen.

Peking begründet die verschärften Auflagen mit dem Dual-Use-Charakter dieser Rohstoffe: Sie sind sowohl für zivile als auch für militärische Anwendungen relevant und gelten damit als sicherheitspolitisch sensibel.

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