Die industrielle Nachfrage zieht an, die Lagerbestände sinken: Jetzt ist es an der Zeit, das Platingruppenmetall als Sachwert neu zu bewerten.
Der Preis von Ruthenium hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Diese Entwicklung ist nicht nur auf kurzfristige Marktdynamiken zurückzuführen, sondern vor allem auf einen strukturellen Wandel auf der Nachfrageseite. Bereits etabliert ist das Metall in der Elektronikindustrie mit Anwendungen wie Künstlicher Intelligenz und Cloud-Speicherung sowie in der Chemieindustrie, die den Rohstoff als Katalysator benötigt. Nun rückt auch die Wasserstoffwirtschaft als wachsender Anwendungsbereich in den Fokus. Erste Katalysatoren auf Basis von Ruthenium kommen bei der Herstellung von Ammoniak zum Einsatz. Das aus Stickstoff und Wasserstoff bestehende Gas lässt sich deutlich effizienter transportieren als reiner Wasserstoff, zudem gibt es bereits praxiserprobte Infrastruktur für den Ammoniaktransport. Noch ist der Bedarf in absoluten Zahlen gering, aber die Nachfrage hat sich binnen des vergangenen Jahres vervielfacht und dürfte 2025 erneut deutlich zulegen. Dies belegen Prognosen von sowohl SFA Oxford als auch Metals Focus, beides renommierte Analysten im Edelmetallmarkt.
Großes Potenzial im Sachwert-Portfolio
Die Versorgungslage bleibt angespannt bei zugleich wachsender strategischer Bedeutung in mehreren Schlüsselbranchen. Das macht Ruthenium nicht nur für industrielle Abnehmer interessant: Auch Privatkäufer erkennen zunehmend das Potenzial des Metalls als physisch hinterlegten Sachwert. Ruthenium und andere Platingruppenmetalle gewinnen damit immer mehr Bedeutung und dies nicht nur in der Industrie, sondern eben auch als Sachwert. Ihre knappe Verfügbarkeit und die industrielle Nutzung machen sie interessant für langfristig orientierte Sachwertstrategien.
Edelmetallexperte Philipp Götzl-Mamba bei TRADIUM bringt es auf den Punkt: "Viele sprechen von Diversifikation im Portfolio, kaufen dann aber doch häufig ausschließlich ETFs, ETCs oder Aktien. Neben Gold und Silber ist Ruthenium ein weiterer handfester Sachwert mit glänzenden Aussichten. Damit steht es sinnbildlich für eine neue, noch viel zu wenig beachtete Generation von Sachwerten: physisch, knapp, industriell gebraucht, aber von klassischen Sachwertkäufern noch unterschätzt.“