Durch die jüngsten Anpassungen der chinesischen Exportkontrollen bei Gallium, Germanium, Seltenen Erden und anderen kritischen Metallen ergeben sich für die Marktteilnehmer derzeit einige Unklarheiten. TRADIUM ordnet die aktuelle Situation ein und liefert einen Überblick über die Entwicklungen der chinesischen Exportkontrollen seit Sommer 2023.
Seit mehreren Monaten demonstriert Peking, wie sich der Rohstoffhebel gezielt einsetzen lässt. Immer neue Anpassungen bei den Exportauflagen sorgen dafür, dass sich Unternehmen laufend auf veränderte Bedingungen einstellen müssen. Dies hat direkte Auswirkungen auf Lieferketten und die Versorgungssicherheit.
Einige Regelungen bleiben bestehen, neuere sind ausgesetzt
China hat Anfang November sein im vergangenen Dezember verhängtes Exportverbot für Gallium, Germanium und Antimon in die USA für ein Jahr aufgehoben. Diese Mitteilung kam nur wenige Tage, nachdem Peking seine verschärften Ausfuhrauflagen für fünf Seltene Erden und Technologien zur Aufbereitung aus China ebenfalls für ein Jahr pausiert hat. Angekündigt hatte die Volksrepublik diese Ausweitung erst im Oktober.
Im Gegensatz dazu sind zum Beispiel die im April beschlossenen Exportkontrollen für mehrere Seltenerdelemente – inklusive der besonders Kritischen Metalle Dysprosium und Terbium – weiterhin in Kraft. Um eine Ausfuhrlizenz zu erhalten, muss daher nach wie vor eine Vielzahl an teilweise sensiblen Daten in Bezug auf die Verwendung und den Abnehmer der Metalle preisgegeben werden. Eine Erteilung einer solchen Lizenz ist dennoch nicht garantiert. Dies betrifft sämtliche Dual-Use-Güter, die unter anderem militärisch eingesetzt werden können.
Auch bei den Technologiemetallen Gallium, Germanium und Antimon gelten die 2023 verhängten globalen Auflagen weiterhin. Gleiches gilt für die Restriktionen von Februar 2025 für Wolfram- und Indiumprodukte.
Die Entwicklungen in einer Grafik kompakt zusammengefasst
Mit einer vereinfachten Timeline liefert TRADIUM einen Überblick über den Verlauf der chinesischen Exportkontrollen.
Entwicklung der chinesischen Exportauflagen von Gallium, Germanium, Seltenen Erden und anderen Metallen.
Wie die Zeitleiste zeigt, sind die beiden jüngsten Ankündigungen Pekings nur ein kleiner Fortschritt. Eine Vielzahl an Kritischen Rohstoffen steht noch immer unter Auflagen. Insbesondere an der europäischen Versorgungslage hat sich durch die Ankündigungen nichts geändert. Die Rücknahme einzelner Maßnahmen ändert nichts an der grundsätzlichen Schieflage: China behält sich weiterhin vor, die Rohstoffausfuhren strategisch zu steuern.