Laut den neuesten Zahlen der chinesischen Zollbehörde sind die Ausfuhren der beiden schweren Seltenen Erden im November deutlich zurückgegangen.
Die aktuellen Daten zeigen erneut, wie stark die seit April geltenden Exportauflagen für ausgewählte Seltene Erden die Handelsströme beeinflussen. Gleichzeitig wird sichtbar, wie unterschiedlich sich die Ausfuhren von Rohstoffen und weiterverarbeiteten Produkten entwickeln.
Dysprosium: Exporte fallen auf einen der niedrigsten Werte des Jahres
Besonders deutlich ist der Rückgang bei Dysprosium, einem wichtigen Rohstoff für Hochleistungsmagnete. Im November exportierte China lediglich 995 Kilogramm – ein Minus von rund drei Viertel (72 Prozent) gegenüber dem Vormonat. Damit fiel die Ausfuhr auf einen der niedrigsten Werte des laufenden Jahres. Wichtigster Abnehmer war Vietnam, das den Großteil der Lieferungen erhielt. Weitere kleinere Mengen gingen nach Malaysia, Südkorea und Russland.
Terbium: Nach starkem Oktober deutliche Korrektur nach unten
Bei den Ausfuhrmengen von Terbium kam es im November ebenso zu einem starken Einbruch: Die Exporte sanken gegenüber Oktober um knapp 67 Prozent auf 4.045 Kilogramm. China belieferte fast ausschließlich Japan, geringe Mengen gingen nach Russland und Südkorea.
Entwicklung der chinesischen Dysprosium-Exporte von November 2024 bis November 2025.
Entwicklung der chinesischen Terbium-Exporte von November 2024 bis November 2025.
Seltenerdmagneten: Erholung setzt sich fort
Ein anderes Bild zeigt sich beim Export von Permanentmagneten aus Seltenen Erden. Nach den massiven Rückgängen zwischen April und Juni haben sich die Ausfuhren weiter erholt. Im November exportierte China knapp 6.150 Tonnen Seltenerdmagnete – ein Plus von mehr als zwölf Prozent gegenüber Oktober. Das Niveau entspricht in etwa dem von August 2025 und liegt nur noch unter dem Rekordwert aus dem Januar. Wichtigste Absatzmärkte blieben wie schon im Oktober unter anderem Deutschland, Südkorea und die USA.
Die teilweise starken Rückgänge bei den Magnetexporten waren eine Folge der im April eingeführten Exportkontrollen für bestimmte Seltenerdelemente und daraus hergestellte Produkte. Da viele Magnettypen Dysprosium oder Terbium enthalten, die Zollcodes jedoch keine Rückschlüsse auf die genaue Materialzusammensetzung zulassen, kam es zu Verzögerungen bei den Genehmigungsverfahren. Die aktuellen Zahlen deuten darauf hin, dass sich diese Prozesse zunehmend einspielen, auch wenn die Ausfuhren der Rohstoffe weiterhin stark eingeschränkt sind.