Laut aktuellen Zahlen der chinesischen Zollbehörden steigen die Exporte von Dysprosium und Terbium wieder deutlich an. Die Zahl der Länder, die diese Rohstoffe erhalten, schränkt sich jedoch weiter ein.
China hat im Juli wieder mehr Dysprosium und Terbium ausgeführt. Nach Angaben der Zollbehörde gingen 1.400 Kilo Dysprosium vollständig nach Südkorea, 7.000 Kilogramm Terbium jeweils zur Hälfte nach Südkorea und Japan. Im Juni waren lediglich ein Kilo Dysprosium und 1.200 Kilo Terbium exportiert worden – eine Folge des seit April geltenden Genehmigungssystems für beide Metalle. Trotz der jüngsten Zuwächse bleiben die Ausfuhren klar unter Vorjahresniveau. Während sich die Exportmengen damit etwas erholten, engte sich der Kreis der Zielländer ein. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum belieferte China noch neun Staaten mit Terbium.
Damit wiederholt sich ein Muster, das bereits bei Gallium und Germanium zu beobachten war: Nach Einführung von Exportauflagen brachen die Lieferungen ein, erholten sich nur zögerlich und verharren seitdem auf niedrigem Niveau. Auch die Zahl der Länder, die diese beiden Rohstoffe erhielten, ist zurückgegangen.
Jan Giese, Senior Manager Minor Metals and Rare Earths, schätzt die Lage wie folgt ein:
„Es ist das eingetreten, was wir im April beim Inkrafttreten der Exportkontrollen skizziert haben: Es dauert mindestens zwei bis drei Monate, bis sich die Ausfuhren zu normalisieren beginnen. Bei Terbium ist das inzwischen zu beobachten. Diese schwere Seltene Erde hat neben dem Einsatz in Magneten auch zivile und damit aus Sicht Pekings unkritische Anwendungen, sodass entsprechende Anträge offenbar genehmigt wurden. Bei Dysprosium zeichnet sich dagegen ein anderes Bild ab. Abseits der Magnetproduktion gibt es kaum zivile Einsatzmöglichkeiten, und genau hier bleiben die Lieferungen eingeschränkt. Generell scheint es so, dass China den Export von Magneten mit Seltenen Erden leichter bewilligt, da deren Verwendung auf bestimmte Anwendungen festgelegt ist. Bei Oxiden wie Dysprosium gestaltet sich die Lage komplizierter, da sie nach weiteren Verarbeitungsschritten auch in militärisch relevanten Bereichen eingesetzt werden könnten.“
Magnetexport zieht ebenfalls an
Dysprosium und Terbium gelten als Schlüsselrohstoffe für Hightech-Anwendungen, etwa in der Halbleiterproduktion oder Chemie. Ihre größte Bedeutung haben sie jedoch in Neodym-Eisen-Bor-Magneten (NdFeB). Diese finden Verwendung in Windkraftanlagen und Elektromotoren.
Wichtigster Produzent dieser Komponenten ist wie bei den Seltenen Erden China und auch hier ist im Juli eine deutliche Zunahme der Ausfuhren zu beobachten. Im Vergleich zum Vormonat Juni stiegen die Exporte um 75 Prozent. Deutschland war mit 1.116 Tonnen größter Abnehmer und damit fast für ein Fünftel der Gesamtmenge verantwortlich. Auf den Plätzen zwei bis fünf folgen die USA, Südkorea, Vietnam und Indien.