Die jüngsten Exportdaten aus China zeigen, wie unterschiedlich einzelne Seltene Erden von den bestehenden Ausfuhrauflagen betroffen sind. Monatswerte, Jahresbilanz und Abnehmerstruktur entwickeln sich teils deutlich auseinander.
Aktuelle Zahlen der chinesischen Zollbehörden zeigen, dass China im Dezember wieder deutlich mehr Dysprosium ausgeführt hat als im Vormonat. Die Exporte beliefen sich auf 4.120 Kilogramm, nachdem sie im November lediglich 995 Kilogramm erreicht hatten. Hauptabnehmer war Japan, vor Südkorea und Malaysia.
Auf Jahressicht fällt die Bilanz für 2025 jedoch negativ aus: Die Dysprosium-Exporte lagen insgesamt um 35 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Besonders stark betroffen war Japan, dessen Liefermengen im Vergleich zu 2024 um 95 Prozent einbrachen. Südkorea hingegen verzeichnete einen kräftigen Zuwachs und erhielt mehr als dreimal so viel Material wie im Jahr zuvor.
Terbium weiterhin unter Druck
Bei Terbium setzte sich im Dezember der rückläufige Trend fort. Nach 4.045 Kilogramm im November gingen die Ausfuhren auf 2.123 Kilogramm zurück. Auch hier zählte Japan zu den wichtigsten Abnehmern, gefolgt mit deutlichem Abstand von Südkorea und Deutschland. Im Gesamtjahr 2025 summiert sich der Rückgang auf 38 Prozent und fällt damit noch stärker aus als bei Dysprosium.
Beide Seltenen Erden spielen eine zentrale Rolle in der Magnettechnologie. Seit April unterliegen sie chinesischen Ausfuhrauflagen, die sich merklich auf das Angebot am Weltmarkt auswirken.
Im laufenden Jahr könnte Japan deutlich weniger Seltene Erden und andere kritische Rohstoffe aus China beziehen, wie Brian Hendrich, Marktanalyst beim Rohstoffhändler TRADIUM, erläutert. „Peking hat Anfang Januar seine Exportkontrollen für Güter, die im japanischen Rüstungssektor Verwendung finden könnten, spürbar verschärft. Hintergrund sind die wachsenden Spannungen zwischen beiden Ländern. Zugleich ist die chinesische Regierung bei der konkreten Ausgestaltung der neuen Maßnahmen bewusst vage geblieben. Die tatsächlichen Auswirkungen werden sich daher erst in den kommenden Monaten zeigen. Bereits 2025 erhielt Japan im Jahresvergleich nur noch einen Bruchteil der bisherigen Mengen an Dysprosium und deutlich weniger Terbium. Dennoch war der Inselstaat im Dezember überraschend wieder das wichtigste Zielland für beide Metalle. Dies deutet darauf hin, dass japanische Abnehmer ihre Bestellungen vor Inkrafttreten der verschärften Regeln noch einmal ausgeweitet haben könnten, um mögliche Lieferengpässe aufgrund der bilateralen Spannungen abzufedern.”
Stabile Liefermengen bei Permanentmagneten
Ein Blick auf die Exporte von Permanentmagneten aus seltenen Erden zeichnet hingegen ein positives Bild: Die Liefermengen blieben im Gesamtjahr 2025 trotz erheblicher Schwankungen in einzelnen Monaten stabil. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Gesamtausfuhr lediglich um 0,6 % zurück. Im Dezember wurden 5.962 Tonnen aus China ausgeführt, wobei Deutschland das Hauptabnehmerland war, gefolgt von weiteren Ländern mit bedeutender Automobilindustrie wie Südkorea, den Vereinigten Staaten und Vietnam.