Gallium Metall und Fläschchen

Chinas Exporte von Gallium und Germanium steigen, Zahl der Handelspartner schrumpft

Obwohl das Absatzvolumen zuletzt wieder leicht gewachsen ist, hat sich die Ausfuhr zwei Jahre nach Inkrafttreten der Lizenzpflicht nicht vollständig erholt. Germanium bleibt sogar auf einem historisch niedrigen Niveau.

China hat im Juli wieder deutlich mehr Gallium exportiert. Neueste Zolldaten zeigen, dass die Volksrepublik 9.007 Kilogramm des kritischen Metalls ausführte, mehr als doppelt so viel wie im Juni, wo die Menge bei 4.260 Kilogramm lag. Im Mai hatte sogar zwischenzeitlich gar kein Material mehr das Land verlassen.

Von einer Erholung lässt sich dennoch nur begrenzt sprechen. Denn während das Exportvolumen allmählich wieder den Stand von Sommer 2024 erreicht, engt sich die Zahl der Handelspartner zunehmend ein. Im Juli gingen die Lieferungen ausschließlich nach Deutschland mit 5.000 Kilogramm und nach Japan mit 4.007 Kilogramm. Zum Vergleich: Im Juli 2024 war die Anzahl mit vier Abnehmern doppelt so hoch, über das gesamte letzte Jahr gab es sogar zehn verschiedene Exportziele.

Jan Giese, Senior Manager Minor Metals and Rare Earths:
„Die Gallium-Exporte haben sich im Vergleich zum Vormonat zwar erholt, sind jedoch weiterhin stark eingeschränkt. Die Unsicherheit im Markt bleibt bestehen, da die Exporte zum einen nur ausgewählte Zielländer wie Deutschland und Japan erreichen. Zum anderen ist die Exportsituation weiterhin höchst instabil, weil sich die Ausfuhren über die Monate sehr volatil zeigten: von hohen Exporten im Sommer 2024 bis hin zu einer Null-Menge im Mai 2025. Käufer und Verkäufer von Rohstoffen sind dadurch unschlüssig, wie sie handeln sollen. Es ist noch zu früh von einer Normalisierung der Rohstoffversorgung zu sprechen, zumal die Exporte weiterhin deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen.“

Germaniumexport auf historisch niedrigem Niveau

Die Germaniumexporte aus China stiegen im Juli ebenfalls spürbar an und erreichten 763 Kilogramm, nach nur 96 Kilogramm im Juni. Anders als bei Gallium bleiben die Ausfuhren jedoch auf einem historisch niedrigen Niveau. Zugleich hat die Anzahl der Exportziele ebenfalls abgenommen, neben Deutschland und Japan erhielt nur noch Russland geringe Mengen. Im Juli 2024 waren es noch sechs Länder.

Dr. Christian Hell, Senior Manager Minor Metals:
„Bei Germanium sehen wir, dass die Bearbeitung der Lizenzanträge jetzt endlich Fahrt aufnimmt. Die höheren Ausfuhrmengen sind die ersten sichtbaren Resultate. Offenbar will China zivile Schlüsselindustrien wie die Halbleiterbranche in Deutschland und Japan weiter beliefern und bearbeitet deren Anträge bevorzugt. Trotzdem: Die Menge ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Allein Deutschland würde das Vier- bis Fünffache brauchen, um den Rückstau überhaupt aufzuholen.“

China ist der führende Produzent beider Metalle, die essenziell für Hightech-Bereiche wie Halbleiter, Glasfaser und moderne optische Geräte sind, und hat ihre Ausfuhr im Sommer 2023 unter strenge Auflagen gestellt. Begründet wurde dieser Schritt mit dem Status von Gallium und Germanium als Dual-Use-Güter, die sowohl zivile als auch militärische Einsatzzwecke haben können. Der chinesische Zoll verlangt seitdem umfangreiche Zusatzdokumente für Exporteure; offiziell liegt die Bearbeitungsdauer bei 45 Arbeitstagen, doch in der Praxis berichten Unternehmen von teils deutlich längeren Verzögerungen. Durch ein im Dezember erlassenes Ausfuhrverbot speziell in die USA sind die globalen Lieferketten zusätzlich belastet. Besonders bei Germanium besteht mittlerweile ein dramatisches Angebotsdefizit.

Eine Bilanz zwei Jahre nach Inkrafttreten der Exportauflagen hat das Nachrichtenportal Rohstoff.net veröffentlicht.

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