Nachdem die Exporte im April fast auf null gefallen waren, hat Chinas Ausfuhr der Technologiemetalle im Mai angezogen.
Chinas Exporte von Gallium und Germanium haben sich im Mai deutlich erholt. Das geht aus aktuellen Daten der chinesischen Zollverwaltung hervor. Besonders bei Gallium zeigt sich ein starker Ausschlag: Insgesamt wurden 6.200 Kilogramm ausgeführt, nachdem es im April lediglich drei Kilogramm gewesen waren. Damit erreichten die Lieferungen wieder etwa das Niveau der ersten drei Monate des Jahres, als China jeweils zwischen 5.000 und 6.000 Kilogramm Gallium exportiert hatte. Auch im Jahresvergleich ist die Entwicklung auffällig. Im Mai 2025 hatte China kein Gallium ins Ausland geliefert.
Japan erhält nach Monaten wieder Material
Ein Großteil der aktuellen Ausfuhren entfiel nun auf Japan mit 6.000 Kilogramm. Für das Land war es die erste Gallium-Lieferung aus China seit Jahresbeginn. China hatte im Januar aufgrund diplomatischer Spannungen strengere Exportkontrollen gegenüber dem japanischen Militärsektor eingeführt. In der Praxis wirkten sich diese auch auf andere Industriebereiche aus.
Weitere 200 Kilogramm Gallium gingen nach Malaysia. Das Land war im April noch der einzige Empfänger chinesischer Galliumexporte gewesen.
Germanium: Große Exportmenge, Russland als Hauptabnehmer
Auch bei Germanium legten die Ausfuhren wieder spürbar zu. Im Mai exportierte China 1.134 Kilogramm des Technologiemetalls, nach nur zwei Kilogramm im Vormonat. Auch im Jahresvergleich zeigt sich ein Anstieg um 68 Prozent.
Wichtigster Abnehmer war erneut Russland. Dorthin gingen im Mai 1.042 Kilogramm Germanium. Russland hatte bereits in den Vormonaten zu den zentralen Empfängerländern gezählt. Kleinere Liefermengen erhielten Deutschland, die Türkei, Australien und Italien.
Dr. Christian Hell, Senior Manager Germanium und Minor Metals bei TRADIUM, zu den aktuellen Exportzahlen: „Nach dem Null-Export im Vormonat sind die Ausfuhren bei Germanium wieder deutlich gestiegen. Bemerkenswert ist jedoch, dass mit mehr als 1.000 Kilogramm nahezu die gesamte Menge nach Russland ging. Gleichzeitig belieferte China kaum weitere Länder, nennenswerte Exportmengen blieben aus. Für viele Abnehmer bedeutet das weiterhin einen stark eingeschränkten Zugang zum Germaniummarkt. Bei Gallium zeigt sich dagegen eine etwas andere Entwicklung. Japan erhielt nach vielen Monaten erstmals wieder Material. Der Lieferstopp der vergangenen Monate wurde damit zumindest vorerst unterbrochen. Von einer dauerhaft gesicherten Versorgung kann jedoch noch keine Rede sein. Die aktuellen Zahlen zeigen vielmehr, wie selektiv China seine Rohstoffexporte weiterhin steuert. Ob sich dieser Trend fortsetzt oder weitere Länder wieder Zugang zu den Märkten erhalten, werden die kommenden Monate zeigen.“
Gallium und Germanium werden in zahlreichen zivilen und militärischen Hochtechnologie-Anwendungen benötigt. China ist der größte Produzent beider Rohstoffe und hat seine Ausfuhr im Sommer 2023 unter strenge Kontrollen gestellt. Die Handelsströme sind seither noch volatiler als zuvor. Neben den aufwendigen Genehmigungsverfahren spielen dabei offenbar auch politische Beziehungen zu einzelnen Empfängerländern eine Rolle.