China liefert Gallium und Germanium weiterhin nur an wenige Abnehmer

Auch im März lieferte China nur in wenige Länder Gallium und Germanium. Ein mittlerweile bekanntes Muster, seit der Hauptproduzent der Kritischen Rohstoffe im Sommer 2023 strenge Exportauflagen eingeführt hat.

Neueste Zolldaten aus China zeigen weiterhin stark konzentrierte Handelsströme bei Gallium und Germanium. Im März ging mit 5.000 Kilogramm der größte Teil des Galliums nach Deutschland. Die Bundesrepublik war im Januar und Februar sogar alleiniger Empfänger des Metalls gewesen. Im März erhielten zusätzlich Südkorea und Malaysia kleinere Mengen.

Japan hingegen, das im Vorjahr noch wichtigster Importeur von chinesischem Gallium war, erhielt wie schon im Januar und Februar kein Material. Hintergrund dürften die seit Anfang 2026 geltenden verschärften Exportkontrollen für das Land sein.

Neben den Zielländern hat sich auch bei der Exportmenge nur wenig verändert, sie entsprach mit 5.320 Kilogramm in etwa den Werten der beiden Vormonate.

Entwicklung der Exporte von Gallium in den vergangenen Monaten

Entwicklung der Exporte von Germanium in den vergangenen Monaten

Germanium-Export steigt, liegt aber unter dem Vorjahresniveau

Bei Germanium zeigte sich dagegen ein Anstieg des Ausfuhrvolumens: Von 736 im Februar auf knapp 1.000 Kilogramm im März, was einer Steigerung um mehr als 35 Prozent entspricht. Der Vorjahreswert von fast 1.500 Kilogramm wurde dennoch deutlich unterschritten.

Wenig Neues zeichnet sich indessen bei den Empfängern ab. Wie bereits im Vormonat gingen 600 Kilogramm nach Russland. Nennenswerte Mengen erhielten ansonsten nur Deutschland und die Türkei.

Dr. Christian Hell, Senior Manager Germanium and Minor Metals: „Die aktuellen Exportzahlen von Gallium und Germanium aus China weisen wenig Veränderungen auf: Die Empfängerländer sind bei beiden Rohstoffen weiterhin stark konzentriert. Deutschland ist bei Gallium den dritten Monat in Folge Hauptabnehmer des Rohstoffs. Erstmals im laufenden Jahr erhielten mit Südkorea und Malaysia auch weitere Länder Gallium, Japan ging jedoch erneut leer aus. Die Ausfuhrmengen von Gallium sind seit Jahresbeginn relativ stabil, bei Germanium sind sie gegenüber Februar nochmal deutlich gestiegen. Auch bei Germanium gab es bei den belieferten Ländern kaum Veränderungen: wichtigster Abnehmer war erneut Russland, Japan erhielt kein Material. China übt hier anhand einer aus meiner Sicht bemerkenswerten Rohstoffvergabe geopolitischen Druck aus.“

Gallium und Germanium werden für Technologien wie Chipproduktion, Radaranlagen und Glasfaserkabeln benötigt, die sowohl zivil als auch militärisch eingesetzt werden können. Mit diesem doppelten Verwendungszweck (dual-use) begründete Hauptproduzent China auch die im Sommer 2023 eingeführten Exportkontrollen.

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